Anzeigen ja, öffentlich posten besser nicht

Falschparker fotografieren: Foto richtig anonymisieren

Ein Falschparker darf für eine Anzeige fotografiert werden — das Verwaltungsgericht Ansbach hat das 2022 bestätigt. Etwas anderes ist es, dasselbe Foto öffentlich zu posten. Dann sollten fremde Kennzeichen und Gesichter unkenntlich sein.

Straßenfoto mit unkenntlich gemachten Kennzeichen — Blurify-Ergebnis
Straßenfoto mit unkenntlich gemachten Kennzeichen — Original
Für die Anzeige das Original behalten, für den Post die anonymisierte Fassung verwenden.

So funktioniert es.

  1. Für die Anzeige: Original behalten

    Die Behörde braucht das unbearbeitete Foto. Anonymisiere nur die Fassung, die du weitergibst oder veröffentlichst — nicht die, die du einreichst.

  2. Für den Post: alles Fremde abdecken

    Fremde Kennzeichen, Gesichter von Passanten, Hausnummern im Hintergrund. Alles, was nicht zum eigentlichen Verstoß gehört, kann weg.

  3. Exportieren

    Der Export schreibt die Pixel neu und entfernt EXIF- sowie GPS-Daten. Bei einem Straßenfoto ist der Standort sonst genau ablesbar.

Häufige Fragen.

Darf ich einen Falschparker überhaupt fotografieren?
Für die Erstattung einer Anzeige hat das Verwaltungsgericht Ansbach das 2022 als zulässig angesehen. Das betrifft die Anzeige — es ist keine Erlaubnis, dasselbe Bild anschließend öffentlich zu verbreiten.
Und wenn ich das Foto öffentlich posten möchte?
Dann wird es heikler. Öffentlich geteilte Fotos mit erkennbaren fremden Kennzeichen oder Personen können Abmahnungen nach sich ziehen. Unkenntlich machen kostet zwei Klicks und nimmt dem Post genau nichts.
Muss ich das Gesicht ebenfalls abdecken?
Wenn Personen erkennbar sind und du das Bild veröffentlichst: ja. Das Recht am eigenen Bild gilt unabhängig davon, ob jemand gerade falsch parkt.
Werden meine Bilder gespeichert?
Nur so lange, wie die Verarbeitung dauert. Zum Bearbeiten wird das Bild verschlüsselt hochgeladen. Dort läuft die Erkennung: Gesichter über Amazon Rekognition, Kennzeichen, Bildschirme und Text über Google Cloud Vision, personenbezogene Angaben im gelesenen Text über Amazon Comprehend. Spätestens nach einer Stunde wird alles zusammen mit dem Export gelöscht. Kein Konto, keine E-Mail-Adresse, kein Tracking-Pixel.

Ratgeber

Ausprobieren. Dein Bild bleibt deins.

Keine Anmeldung, kein Wasserzeichen. Die Bilder werden verarbeitet, zurückgegeben und innerhalb einer Stunde gelöscht.

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Dieser Text ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Ob dein konkreter Fall abgedeckt ist, klärt eine Anwältin oder ein Anwalt.