Was tatsächlich gilt — und was nicht

Muss man Kennzeichen unkenntlich machen?

Kurz gesagt: Eine allgemeine Pflicht gibt es nicht. Es gibt aber gute Gründe, es trotzdem zu tun — und einige Situationen, in denen es deutlich ratsamer ist als in anderen.

Foto zweier Autos mit unscharf abgedeckten Kennzeichen — Blurify-Ergebnis
Foto zweier Autos mit unscharf abgedeckten Kennzeichen — Original
Keine Pflicht, aber in Inseraten und öffentlichen Posts die ruhigere Variante.

So funktioniert es.

  1. Kein Gesetz verlangt es ausdrücklich

    Es gibt keine Vorschrift, die das Unkenntlichmachen von Kennzeichen allgemein vorschreibt, und auch keine klare höchstrichterliche Entscheidung dazu aus der Zeit nach 2018. Wer etwas anderes behauptet, verwechselt Empfehlung mit Pflicht.

  2. Trotzdem ist es ein personenbezogenes Datum

    Ein Kennzeichen lässt sich über die Halterabfrage einer Person zuordnen. Damit fällt es in den Anwendungsbereich der DSGVO, sobald du das Bild veröffentlichst oder gewerblich verwendest. Für ein privates Foto in der eigenen Galerie gilt das nicht.

  3. Der Unterschied liegt in der Veröffentlichung

    Ein Foto aufzunehmen ist die eine Frage, es öffentlich zu posten die andere. Die zweite ist die riskantere — und die, bei der ein unkenntlich gemachtes Kennzeichen den Ärger von vornherein vermeidet.

Häufige Fragen.

Ist ein Kennzeichen ein personenbezogenes Datum?
Nach überwiegender Auffassung ja. Der Grund ist die Halterabfrage: Über das Kennzeichen lässt sich die dahinterstehende Person ermitteln, und genau das macht ein Datum personenbezogen. Es ist nicht das Schild selbst, sondern die Verknüpfbarkeit.
Muss ich mein eigenes Kennzeichen unkenntlich machen?
Rechtlich musst du gar nichts, wenn es dein eigenes Fahrzeug ist — du entscheidest über deine eigenen Daten. Praktisch machen es viele trotzdem, weil ein Kennzeichen in einem öffentlichen Inserat Rückschlüsse auf Wohnort und Halter erlaubt.
Wann ist es besonders ratsam?
Bei Verkaufsanzeigen, bei Fotos fremder Fahrzeuge, bei allem Gewerblichen und bei Posts, die öffentlich sichtbar sind. In diesen Fällen ist der Aufwand klein und das vermiedene Risiko real.
Reicht Verpixeln aus, um die DSGVO zu erfüllen?
Nicht automatisch. Ein Kennzeichen gilt als personenbezogenes Datum, weil sich über die Halterabfrage die Person dahinter ermitteln lässt. Verpixeln entfernt dieses eine Merkmal — andere Merkmale im Bild können weiterhin identifizierend sein, etwa Gesichter, Hausnummern oder ein auffälliges Fahrzeug. Ob dein konkreter Fall abgedeckt ist, beantwortet eine Rechtsberatung, kein Werkzeug.

Ratgeber

Ausprobieren. Dein Bild bleibt deins.

Keine Anmeldung, kein Wasserzeichen. Die Bilder werden verarbeitet, zurückgegeben und innerhalb einer Stunde gelöscht.

Bild hochladen

Weitere Themen

Kennzeichen weg, bevor das Foto online geht

Kennzeichen unkenntlich machen

Du willst dein Auto inserieren oder ein Foto davon posten?

Ansehen →

Kleinanzeigen, mobile.de und Co.

Auto verkaufen

Ein Verkaufsinserat ist öffentlich, dauerhaft und wird indexiert.

Ansehen →

Anzeigen ja, öffentlich posten besser nicht

Falschparker melden

Ein Falschparker darf für eine Anzeige fotografiert werden — das Verwaltungsgericht Ansbach hat das 2022 bestätigt.

Ansehen →

Exposé ohne fremde Daten

Immobilienfotos

Auf Exposé-Fotos landen regelmäßig Dinge, die dort nicht hingehören: parkende Autos mit lesbarem Kennzeichen, Nachbarn am Fenster, Namensschilder an der Klingel.

Ansehen →

Jedes Gesicht wird automatisch erkannt

Gesichter unkenntlich machen

Du wählst ein Foto — und jedes Gesicht darin ist bereits markiert.

Ansehen →

Ohne App, im Browser des Handys

Verpixeln am Handy

Für ein verpixeltes Gesicht brauchst du keine App aus dem Store.

Ansehen →

Eine Stelle abdecken, alles andere bleibt scharf

Bildbereich verpixeln

Oft stört nur eine Ecke im Bild: die Post auf dem Tisch, das Türschild im Hintergrund.

Ansehen →

Nur die Felder, die für den Zweck wirklich nötig sind

Ausweiskopie schwärzen

Auf einem Ausweis steht deutlich mehr, als für den jeweiligen Zweck nötig ist.

Ansehen →

Drei Methoden, ein entscheidender Unterschied

Schwärzen oder verpixeln

Balken, Pixelraster, Unschärfe: Im Alltag klingen die drei wie Synonyme, technisch sind sie es nicht.

Ansehen →

Bevor der Screenshot weitergeht

Screenshot unkenntlich machen

Auf einem Screenshot steht regelmäßig mehr, als der Empfänger braucht.

Ansehen →

Drei Aufgaben, nicht eine

Fotos anonymisieren

Ein Foto zu anonymisieren heißt, sich um drei Aufgaben zu kümmern und nicht um eine.

Ansehen →

Wenn die Abdeckung zu sehen sein soll

Gesicht verpixeln

Ein Pixelraster zerlegt das Gesicht in Blöcke — wie grob, bestimmst du.

Ansehen →

Sticker statt Balken

Gesicht mit Emoji verdecken

Ein Emoji über das Gesicht — automatisch gefunden, vollständig abgedeckt.

Ansehen →

Die Abdeckung, unter der nichts übrig bleibt

Schwarzer Balken

Ein deckender Balken tauscht die Pixel darunter gegen eine einzige Farbe.

Ansehen →

Brust, Genitalien und Gesäß werden einzeln erkannt

Nacktheit verpixeln

Blurify rahmt Brust, Genitalien und Gesäß getrennt voneinander ein.

Ansehen →

Die Nummer an der Tür ist die Adresse

Hausnummer verpixeln

Ein Foto von der eigenen Haustür zeigt mehr, als du weitergeben willst.

Ansehen →

Was die Kamera mitschreibt, ohne zu fragen

EXIF-Daten entfernen

In jedem Handyfoto steckt ein Block, den man auf dem Bild nicht sieht.

Ansehen →

Namen, Nummern, alles Geschriebene

Text unkenntlich machen

Eine Anschrift auf einem Paketaufkleber, ein Name auf dem Besucherausweis.

Ansehen →

Der Raum hinter dir steht mit im Bild

Hintergrund verbergen

Ein Foto von dir ist immer auch ein Foto von dem Ort, an dem du stehst.

Ansehen →

Dieser Text ist eine Orientierung, keine Rechtsberatung. Ob dein konkreter Fall abgedeckt ist, klärt eine Anwältin oder ein Anwalt.