In drei Schritten durch den Editor
Zieh das Foto in den Editor oder wähle es aus der Galerie. JPEG, PNG, WebP und HEIC/HEIF gehen direkt, bis 20 MB pro Bild — ein Foto frisch vom iPhone musst du also nicht erst umwandeln. Ob das Auto von hinten, von vorn oder halb schräg im Bild steht, spielt für diesen Schritt keine Rolle.
Der Bereich um das Schild erscheint von allein. Kennzeichen gehören zu den Kategorien, die bei jedem Bild mitlaufen, deshalb gibt es davor nichts einzustellen und nichts auszuwählen. Sitzt das Rechteck daneben, fass es an einer Kante an und zieh es zurecht; in der Liste rechts heißt es Bereich, und du kannst es dort auch löschen und neu ziehen.
Bei einem Kennzeichen steht unter Effekt bereits Deckend — die einfarbige Fläche. Daneben liegen unter anderem Verpixeln, Weichzeichnen und ein Overlay. Beim Herunterladen wird die Datei neu geschrieben: Der Bereich ist danach nicht überlagert, sondern ersetzt. Die EXIF-Daten samt GPS-Koordinaten verschwinden beim selben Schritt.

Wenn das Schild nicht gefunden wird
Die Erkennung ist gut, aber nicht hellsichtig. Schwierig wird es bei einem Schild im spitzen Winkel, dessen Zeichen zu einem schmalen Streifen zusammenlaufen, bei einem Schild hinter Anhängerkupplung, Fahrradträger oder einer Schicht Straßendreck, und bei Aufnahmen durch die Windschutzscheibe, auf denen ohnehin alles leicht verwischt ist. Ein Schild, das im Weitwinkel zwanzig Pixel breit ist, ist ebenfalls viel verlangt.
Dann ziehst du den Bereich selbst: mit gedrückter Maustaste ein Rechteck über das Schild, am Telefon mit dem Finger. Der Bereich taucht in derselben Liste auf wie ein gefundener und verhält sich genauso — gleiche Effekte, gleicher Export, kein Unterschied in der fertigen Datei. Zwei Sekunden, und meist schneller, als es ein zweiter Anlauf der Erkennung wäre.
Bevor du herunterlädst, lohnt ein Blick auf das Ergebnis: Bereiche lassen sich einzeln ausblenden und wieder einblenden. So siehst du, was tatsächlich verdeckt wird, statt es zu vermuten.
Und manchmal fehlt nicht ein Schild, sondern es sind mehrere im Bild. Auf einem Parkplatzfoto ist selten nur eines zu sehen. Jedes gefundene Kennzeichen bekommt seinen eigenen Bereich, und jeder Bereich trägt seinen eigenen Effekt. Du kannst also das Schild im Vordergrund deckend abdecken und die beiden dahinter verpixeln, ohne dafür zweimal durch das Bild zu gehen.
Wenn alle gleich aussehen sollen, wählst du sie gemeinsam aus und schreibst die Einstellung auf einen Schlag in jeden Bereich. Bei einem gemischten Bild ist einzeln oft die bessere Wahl — bei einem Fotosatz, der einheitlich wirken soll, umgekehrt.
Für einen ganzen Satz Bilder gibt es die Stapelverarbeitung: bis zu 20 Bilder in einem Durchgang, die Erkennung läuft pro Bild, am Ende steht ein ZIP mit allen Exporten.
Mehrere Bilder auf einmalDeckend, Raster oder Unschärfe?
Das Raster ist in veröffentlichten Fotos die übliche Wahl, und der Grund liegt weniger in der Rechnung als im Lesen des Bildes. Harte Mosaikblöcke sehen nach Absicht aus. Niemand, der ein gerastertes Kennzeichen sieht, fragt sich, ob die Kamera verwackelt hat.
Die Unschärfe ist weicher und oft hübscher, und genau das ist bei einem Schild ihre Schwäche. Ein sanft verwischtes Kennzeichen kann als Tiefenschärfe durchgehen, als wäre das Heck einfach aus der Schärfeebene gerutscht. Von der ursprünglichen Struktur behält sie außerdem mehr als die beiden anderen — wenn Sicherheit mehr zählt als Aussehen, ist sie nicht die Wahl.
Deckend ist die Variante mit der größten Reserve. Der Bereich wird zu einer einfarbigen Fläche, von den ursprünglichen Pixeln überlebt darunter nichts, und es gibt nichts nachzuschärfen und nichts zu errechnen. Das wirkt stumpf, aber bei einem Kennzeichen ist diese Stumpfheit ehrlich. Den langen Vergleich nimmt der nächste Ratgeber auseinander.
Der Vergleich der dreiKennzeichen, Nummernschild, Kfz-Kennzeichen — dieselbe Tafel
Amtlich heißt es Kfz-Kennzeichen, im Alltag sagen die meisten Kennzeichen, und sehr viele sagen Nummernschild. In Österreich ist es die Kennzeichentafel, in der Schweiz das Kontrollschild. Gemeint ist jedes Mal dieselbe Tafel an derselben Stoßstange.
Ein Hinweis fürs Nachschlagen: Wer nach Nummernschild sucht, landet schnell bei einer ganz anderen Frage — beim Abdecken gegen Blitzer und beim Ärger, den das macht. Damit hat das Abdecken in einem Foto nichts zu tun. Hier geht es um ein Bild, das du weitergibst, nicht um ein Fahrzeug im Verkehr.
Für die Erkennung ist es ohnehin dieselbe Sache. Ein Kennzeichen ist dabei ein Objekt und keine Zeichenfolge — gesucht wird ein Schild, nicht ein Text. Deshalb gibt es keine Ländereinstellung vor dem Hochladen und nichts, was du über das Fahrzeug angeben müsstest, und ein deutsches, ein französisches und ein britisches Schild sind dieselbe Art von Ding.
Schwieriger macht es die Form. Eine lange einzeilige Tafel frontal zur Kamera ist der einfache Fall. Zweizeilig und quadratisch ist der schwierige — am Motorrad, am Anhänger, an manchen Importfahrzeugen. Wenn der Rahmen dort nicht sitzt, gilt der Abschnitt weiter oben: selbst ziehen geht schneller als ein zweiter Anlauf.
Am Telefon
Der Editor läuft im Browser des Telefons, auf dem iPhone wie unter Android. Nichts zu installieren, kein Umweg über den App Store, und zwischen dir und dem Export steht keine Anmeldung. Wer das Fahrzeug gerade in der Einfahrt fotografiert hat, kann das Schild abdecken und das Inserat einstellen, ohne die Datei erst auf einen Rechner zu schieben.
Die Bedienung ist auf Finger ausgelegt: Einen erkannten Bereich tippst du an, um ihn auszuwählen, an den Ecken ziehst du ihn größer, in der Mitte verschiebst du ihn. HEIC vom iPhone wird unverändert angenommen, und im Export steht kein Wasserzeichen.
Auf dem Gerät allein passiert das nicht. Das Foto geht verschlüsselt an den Server. Dort läuft die Erkennung: Gesichter über Amazon Rekognition, Kennzeichen, Bildschirme und Text über Google Cloud Vision, personenbezogene Angaben im gelesenen Text über Amazon Comprehend. Spätestens nach einer Stunde wird alles zusammen mit dem Export gelöscht. Kein Konto, keine E-Mail-Adresse, kein Tracking-Pixel.