Die drei Methoden, benannt
Ein Teil der Verwirrung ist sprachlich. Verpixeln ist zum Sammelwort für jedes Abdecken geworden, deshalb sagen Leute, sie hätten ein Schild verpixelt, wenn sie eine Fläche daraufgelegt haben, und fragen nach dem Schwärzen, wenn sie einen Schleier meinen. Unter dem gemeinsamen Wort liegen drei verschiedene Rechenwege.
Schwärzen nimmt weg. Der Bereich wird vollständig mit einer einzigen Farbe gefüllt — der Balken, den man von Dokumenten kennt — und die ursprünglichen Pixel sind danach ersetzt und nicht umgeformt. Im Editor heißt dieser Effekt Deckend, in Schwarz oder in jedem anderen Ton, den du unter Farbe einstellst.
Die Unschärfe verteilt. Jeder Pixel wird über einen Radius mit seinen Nachbarn gemittelt, sodass Details in einen weichen Verlauf zerfließen. Die Information wird dabei weniger gelöscht als ausgebreitet, und deshalb sieht das Ergebnis nach Objektiv aus und nicht nach Abdeckung. Im Editor heißt der Effekt Weichzeichnen, und der Regler darunter heißt dann Radius.
Das Raster blockt. Der Bereich wird in Zellen geteilt und jede Zelle auf einen Farbwert gemittelt — daher das grobe Mosaik. Alles, was kleiner ist als eine Zelle, ist danach weg, und je gröber das Raster, desto weniger überlebt. Im Editor heißt der Effekt Verpixeln, und der Regler darunter heißt Blockgröße.

Warum sich eine Unschärfe manchmal zurückrechnen lässt
Eine Unschärfe ist eine Umrechnung der ursprünglichen Pixel und keine Löschung, und Umrechnungen lassen sich unter Umständen rückwärts laufen lassen. Verfahren dafür gibt es, und der angreifbare Fall ist die schwache Unschärfe über einer kleinen Fläche. Ein Kennzeichen ist dafür ein besonders schlechter Kandidat: Der Zeichenvorrat ist klein, der Aufbau ist genormt, die Zeichenkette ist kurz — wer ein Stück zurückgewinnt, muss den Rest nicht rekonstruieren, sondern nur noch durchprobieren.
Eine starke Unschärfe über einer kleinen Fläche ist erheblich sicherer als eine schwache, und für ein beiläufiges Foto reicht sie meistens. Raster und deckende Fläche sind trotzdem eine andere Kategorie, weil sie Bildinformation wegwerfen statt sie umzusortieren. Wenn du eine Regel willst und keine Abwägung, ist das die Regel.
Ein Punkt, den dieser Vergleich voraussetzt: Die Bearbeitung muss echt sein. Bei Blurify wird der Bereich beim Neucodieren der Datei in die Pixel geschrieben und nicht als Filter oder als Ebene über ein unversehrtes Original gelegt. Was in einer Ebene oder in einem Stylesheet steckt, lässt sich in Sekunden abziehen, so stark es auch aussieht.
Was in Redaktionen und Inseraten zu sehen ist
In veröffentlichten Fotos ist überwiegend das Raster zu sehen, und dafür spricht so viel die Verständigung wie die Sicherheit. Ein Mosaikblock ist unmissverständlich eine Entscheidung. Wer ihn sieht, weiß, dass hier etwas absichtlich entfernt wurde — eine weiche Unschärfe kann dagegen als verrutschter Fokus durchgehen, und diese Zweideutigkeit hilft niemandem, wenn die Aussage gerade ist, dass ein Detail zurückgehalten wurde.
Bei Fahrzeuginseraten sind zwei Wege zu sehen. Auf manchen Fotos ist gar kein Kennzeichen im Bild, weil vor der Aufnahme eine Händlertafel davorgesteckt wurde, die gleich noch Werbung ist. Auf den anderen liegt eine Fläche oder ein Raster darüber, gesetzt nach der Fotosession. Beide Wege enden am selben Punkt: In der Anzeige ist keine fremde Nummer zu lesen.
Was solltest du wählen?
Für ein Kennzeichen: Deckend oder Verpixeln. Deckend steht bei einem erkannten Schild ohnehin schon da und deckt fast jeden Fall ab — Fläche rein, Bildinformation raus, darunter bleibt nichts zum Zurückholen, und ein kleiner dunkler Block fällt weder im Inserat noch im Beitrag auf. Es ist auch die richtige Wahl, wenn das Foto irgendwohin geht, von wo du es nicht zurückholen kannst.
Verpixeln, wenn die Bearbeitung eher nach Redaktion aussehen soll als nach Balken. Weil die Blockgröße bestimmt, wie viel überlebt, bleibt von einem Schild in einem üblichen Inseratsfoto bei mittlerer Stufe eine Handvoll flacher Zellen übrig — bei einer sehr hoch aufgelösten Aufnahme drehst du die Stufe hoch oder nimmst gleich Deckend.
Wenn die Abdeckung das Bild nicht beherrschen soll, ist Weichzeichnen vertretbar. Ein Fahrzeug weit hinten, ein Schild in der äußersten Ecke einer Landschaftsaufnahme, ein Bild, in dem ein Mosaikblock das lauteste Element wäre — dann eine Unschärfe, aber eine starke, und im Wissen, dass du Sicherheit gegen Aussehen getauscht hast.
Was du auch wählst: Die Fläche zählt mindestens so viel wie die Methode. Ein grobes Raster über einem Rechteck, das das letzte Zeichen abschneidet, ist schwächer als ein mittleres über einem Rechteck mit Luft um das ganze Schild, weil der stehen gebliebene Rest verrät, wie lang die Zeichenkette ist und welcher Teil noch fehlt. Erst den Bereich auf Schild plus Rand ziehen, dann über den Effekt streiten.
Wie Erkennen und Abdecken zusammenspielen
Die Reihenfolge zählt mehr als der Effekt. Beim Hochladen wird das Schild als Objekt gefunden und als Bereich auf die Arbeitsfläche gelegt — ein Rechteck, das du bestätigen, verschieben oder größer ziehen kannst. Angewendet ist an dieser Stelle noch nichts; du siehst das unveränderte Bild mit einem Rahmen darauf.
Der Effekt wird beim Export angewendet. Beim Herunterladen wird die Datei neu codiert, die gewählte Abdeckung in die Pixel innerhalb des Bereichs geschrieben, und der Metadatenblock — EXIF, GPS, Kameraangaben — fällt weg. Deshalb ist die Wahl zwischen Raster, Unschärfe und Fläche eine echte und keine Einstellung für die Vorschau.
Auf dem Gerät allein passiert das nicht. Das Foto geht verschlüsselt an den Server. Dort läuft die Erkennung: Gesichter über Amazon Rekognition, Kennzeichen, Bildschirme und Text über Google Cloud Vision, personenbezogene Angaben im gelesenen Text über Amazon Comprehend. Spätestens nach einer Stunde wird alles zusammen mit dem Export gelöscht. Kein Konto, keine E-Mail-Adresse, kein Tracking-Pixel.
An einem Foto ausprobieren